Drei Standard-Gegentore kosten Lübeck DFB-Pokal-Teilnahme

Foto: Agentur 54 Grad
Der VfB Lübeck hat den Einzug in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde verpasst. Die Grün-Weißen verloren am Sonnabend das Endspiel um den SHFV-Lotto-Pokal mit 2:3 (2:1) gegen Oberliga-Meister SV Todesfelde. Die Segeberger stehen damit erstmals auf Bundesebene im Pokal und spielen am zweiten September-Wochenende gegen den VfL Osnabrück.

Der Außenseiter erwischte im Uwe Seeler Fußball Park in Malente auch den besseren Start. Bereits nach drei Minuten klärte Florian Riedel gegen den Ex-VfBer Henrik Sirmais nach einer Ecke auf der Linie, doch den Abpraller nutzte Niklas Stehnck zur Todesfelder Führung. Die enorm kampfstarken Segeberger bekam der VfB nach etwa einer Viertelstunde besser in den Griff. Nun dominierte die Landerl-Elf, ließ den Gegner laufen und fand auch immer wieder Wege in die Tiefe. So leitete ein Zuspiel von Thorben Deters auf den durchstartenden Marvin Thiel das 1:1 ein, das das VfB-Urgestein mit einem strammen Schuss ins lange Eck erzielte (28.). Drei Minuten später ging der VfB in Führung, als Tommy Grupe im Anschluss an eine Ecke traf. Sören Lippert, der für den gesperrten Ryan Malone ins Team gerückt war, hatte quer gelegt (31.). Bis zur Pause ließ der Favorit die Todesfelder nicht wieder ins Spiel kommen.

Das änderte sich allerdings nach der Pause. Während den Lübeckern nun etwas Zielstrebigkeit verloren ging, biss sich der Oberligist zurück ins Spiel. Mit zwei Standardsituationen drehten die Gelb-Blauen die Partie. Zunächst stocherte der frühere VfBer Lennard Koth den Ball im Anschluss an einen Freistoß zum 2:2 über die Linie (59.). Dann traf Til Weidemann, erst in der Sommerpause von der Lohmühle nach Todesfelde gewechselt, mit einem schulmäßigen Kopfball nach einer Bento-Ecke zum 3:2 (62.). Zwar hatte der VfB in der Folge wieder erheblich mehr Ballbesitz und drückte den Außenseiter in die eigene Hälfte. Doch nur Yannick Deichmann, der an Torhüter Fabian Landvoigt bereits vorbei war, aber nur das Außennetz traf (70.), hatte noch eine echte Großchance. Einen bereits gepfiffenen Elfmeter nahm Schiedsrichter Fynn Kohn auf Hinweis seines Assistenten Christopher Horn vollkommen zu Recht zurück. In der sechsminütigen Nachspielzeit kam Deichmann nach einer Flanke von Nico Rieble noch einmal zum Kopfball – doch der strich am Tor vorbei, sodass am Ende der Außenseiter jubelte.

Für den VfB war es die erste Pokal-Niederlage gegen eine unterklassige Mannschaft seit 2004 (0:1 beim SV Henstedt/Rhen), die nun einen Saison-Höhepunkt im DFB-Pokal kostet. Für diese Aufgabe wünschen wir nun dem SV Todesfelde alles Gute!

SV Todesfelde: Landvoigt – Koth, Schulz, Rave – Weidemann (76. Chaumont), Bento, Sirmais, Stehnck (57. Sixtus) – Pajonk, Liebert (85. Krause).

VfB Lübeck: Raeder – Lippert, Grupe, Rieble – Riedel, Deichmann, Boland, Deters (69. Mende), Thiel (71. Rüdiger) – Hobsch, Hebisch (66. Ramaj).

SR: Fynn Kohn (Husumer SV).

Tore: 1:0 Stehnck (3.), 1:1 Thiel (28.), 1:2 Grupe (31.), 2:2 Koth (59.), 3:2 Weidemann (62.).

Gelbe Karten: Stehnck, Szymczak, Koth, Schulz, Pajonk – Ramaj.

VfB-Trainer Rolf Landerl: „Natürlich hat Todesfelde in diese Partie alles reingehauen und einen unglaublichen Fight geboten. Aber bei allem Respekt und ohne die Leistung des Gegners schmälern zu wollen, haben wir uns diese Niederlage selbst zuzuschreiben und sonst niemandem. Wir müssen gewisse Dinge, die heute passiert sind, schnell aufarbeiten. Ich bin auch sicher, dass wir das schaffen werden. Wir haben nach dem frühen Rückstand gut zurückgefunden und haben das Spiel in der ersten Halbzeit dann drehen können. Aus der Pause sind wir dann nicht so wach rausgekommen, bekommen zwei weitere Gegentore aus Standardsituationen und laufen dann dem Rückstand hinterher. Am Schluss fehlte die letzte Präzision. Todesfelde bekam die zweite Luft und hat das 3:2 über die Runden gebracht.“

VfB-Kapitän Tommy Grupe: „Wir sind alle sehr enttäuscht und müssen das erst einmal verarbeiten. Wir geraten in Rückstand, haben uns dann aber gut aufgerappelt und hatten Spiel und Gegner im Griff. Das 2:1 vor der Pause war verdient. Vielleicht haben wir uns da etwas zu sicher gefühlt. Unser Problem war, dass wir nicht zielstrebig auf das 3:1 gespielt haben. Und natürlich, dass wir drei Gegentore nach Standards zugelassen haben. Das darf uns nicht passieren, da war Todesfelde heute besser als wir. Vielleicht können wir später daraus wichtige Erkenntnisse für die Liga ziehen. Aber jetzt ist das erst einmal sehr hart. Wir wären schon sehr gerne wieder im DFB-Pokal dabei gewesen.“

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