Lübeck verliert in München: Hobsch-Führung nicht genug

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen muss unsere Mannschaft die rund zehnstündige Rückreise aus München ohne Punkte im Gepäck antreten. Nach dem 0:1 bei der SpVgg Unterhaching ging auch das zweite Auswärtsspiel der Saison mit 1:4 (1:2) beim TSV 1860 München verloren. Der Sieg für die „Löwen“ war am Ende zweifellos verdient, doch die Partie hätte an mehreren Stellen auch eine andere Wendung nehmen können.

Auch wenn die Heimelf durch Sascha Mölders nach 40 Sekunden den ersten Torabschluss verbuchte – besser ins Spiel fanden die Grün-Weißen, die mutig und offensiv orientiert auftraten. Schnell und direkt wurde mit fußballerischen Mitteln der Weg nach vorn gesucht und gefunden. Florian Riedel (4.) und Yannick Deichmann (5.) hatten erste gute Möglichkeiten. Das frühe 0:1 war bereits verdient. Deichmann schickte Patrick Hobsch in halbrechter Position, und das Geburtstagskind (wurde 26) behielt frei vor Marco Hiller die Nerven und tunnelte den 1860-Keeper zur VfB-Führung. Rund 20 Minuten lang behielt der VfB anschließend die Kontrolle über die Partie.

Mitte der ersten Halbzeit wurde die Köllner-Elf jedoch stärker, drückte den VfB phasenweise weit zurück. Mit dem Schachzug, Stefan Lex vom linken Flügel als hängende Spitze ins Zentrum zu beordern, sorgten die Münchener dafür, dass die Abläufe beim VfB für einige Zeit nicht mehr so gut passten. Ein Freistoß (26.) und ein Fernschuss (28.) von Richard Neudecker deuteten bereits die Torgefahr der Sechziger an. Als der VfB eine Steinhart-Flanke nicht aus dem eigenen Strafraum bekam, traf Marius Willsch aus dem Hinterhalt mit einem abgefälschten Schuss an die Lattenunterkante zum 1:1 (29.). Äußerst unglücklich war dann das 2:1. Denn eigentlich jubelte der VfB, als Hobsch nach einer guten Stafette über Riedel und Marvin Thiel den Ball per Kopf ins 1860-Tor befördert hatte – das allerdings aus einer hauchdünnen Abseitsposition. Die Münchener schalteten schnell um und spielten Mittelstürmer Mölders frei, der den Ball aus halbrechter Position über Lukas Raeder hinweg hob. Statt des VfB führte nur Sekunden später der TSV 1860.

Im zweiten Abschnitt erwischten wieder die Grün-Weißen den besseren Start. Doch eine Riesenchance zum Ausgleich blieb ungenutzt. Nach einem Konter scheiterte erst Thiel aus halblinker Position, und auch Thorben Deters brachte den Nachschuss nicht im Tor unter, weil vor dem ansonsten leeren Tor eine rettende Grätsche von Willsch den Ball noch über das Tor lenkte (51.). Zehn Minuten nach der Pause nahm 1860 dann wieder das Heft in die Hand. Lex scheiterte an Raeder (57.). Als sich Willsch auf dem rechten Flügel durchgesetzt hatte, lenkte Neudecker die flache Hereingabe stark mit der Hacke zum 3:1 ins Netz (62.). Entschieden war die Partie dann, als Lex einen schweren Fehler im Spielaufbau des VfB frei vor Raeder mit dem 4:1 bestrafte (66.). Zwar gab sich der VfB auch nach dem klaren Rückstand nicht auf. Doch mehr als ein Abseitstor des eingewechselten Martin Röser (72.) sprang nicht mehr heraus. Auf der anderen Seite verhinderte Raeder gegen Neudecker noch Schlimmeres (77.).

Trainer Rolf Landerl haderte nach dem Schlusspfiff vor allem damit, dass seine Mannschaft es erneut nicht geschafft hatte, die guten Ansätze durchgehend zu konservieren. „Wir waren anfangs gut im Spiel, hätten das 2:0 oder das 2:1 machen können, lassen uns dann aber viel zu tief in die eigene Hälfte drücken und eine Mannschaft von der Qualität, die 1860 hat, nutzt das dann natürlich“, analysierte der VfB-Coach. „Auch nach der Pause hatten wir ja die große Chance zum 2:2. Die Gegentore, die wir bekommen, waren heute allerdings zu einfach.“ Der Österreicher mahnte bei aller Enttäuschung aber auch: „Wir wussten, dass wir in dieser Liga nicht Sieg um Sieg einfahren werden. Wir werden die Fehler analysieren und auch versuchen, die Neuzugänge nach und nach noch besser zu integrieren. Wir werden jetzt nicht den Fehler machen, die Ruhe zu verlieren, sondern werden weiter konzentriert arbeiten.“ Am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen Dynamo Dresden bietet sich die nächste Chance auf das ersehnte Erfolgserlebnis.

TSV 1860: Hiller – Willsch, Moll, Salger, Steinhart – Wein – Neudecker (75. Greilinger), Tallig (84. Djayo), Dressel, Lex (70. Pusic) – Mölders.

VfB Lübeck: Raeder – Malone, Grupe, Rieble – Riedel (83. Kircher), Deters, Boland, Zehir (68. Steinwender), Thiel – Deichmann, Hobsch (59. Röser).

SR: Tobias Reichel (Sindelfingen).

Zuschauer: keine.

Tore: 0:1 Hobsch (7.), 1:1 Willsch (29.), 2:1 Mölders (36.), 3:1 Neudecker (62.), 4:1 Lex (66.).

Gelbe Karten: keine.

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