Viktoria Köln: Offener Brief an Armin Laschet

Viktoria Köln musste beim Heimspiel gegen die Bundesliga-Reserve vom FC Bayern München gänzlich auf die Unterstützung der eigenen Fans verzichten. Deshalb wenden sich die Viktoria-Spielbetriebsgesellschafts-Geschäftsführer Axel Freisewinkel und Eric Bock nun in einem Offenen Brief vom 21. Oktober an Ministerpräsident Armin Laschet. 

Vorab soll klargestellt werden: Es geht nicht darum, für den Profifußball Sonderrechte zu erlangen. Die Gesundheit der Menschen steht im Vordergrund. Unter Beachtung der Hygieneregeln sollen im Rahmen der Corona-Pandemie auf regionaler Ebene die gleichen Zuschauer-Regelungen für Amateur- und Profivereine gefunden werden.

Prüfung der Regelungen für bundesweite Teamsportveranstaltungen

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Laschet, 

in diesen Zeiten spüren wir besonders, welch hohes Gut die Gesundheit ist und welchen Stellenwert der Schutz jedes Einzelnen einnimmt. Auch für uns als Fußballverein steht die Gesundheit unserer Mannschaften, Mitglieder und Fans an oberster Stelle. Wir sind froh, unseren Spielern, insbesondere den Kindern und Jugendlichen, unter Einhaltung des Hygienekonzeptes, Vereinssport anbieten zu dürfen und somit zumindest ein wenig Normalität schaffen zu können. 

Aus unserer Sicht ist der Spagat zwischen Maßnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus einerseits und der Wahrung der Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger andererseits in den letzten Monaten gelungen. Auch im Hinblick auf unsere eigene Branche waren die Maßnahmen und Verordnungen zur Wiederzulassung von Zuschauern bei (Sport-) Veranstaltungen verhältnismäßig.

Völlig überrascht sind wir daher von der Nachricht, die uns am gestrigen Tage erreicht hat. Bisher durften wir die Spiele unseres Profiteams gemäß unseres genehmigten Hygienekonzeptes mit einer ca. 20%-igen Zuschauerauslastung bzw. seit dem Anstieg des Inzidenzwertes über 35 vor 300 Zuschauern austragen.

Nach gestriger Information durch das Gesundheitsamt der Stadt Köln sind für unser heutiges Meisterschaftsspiel gegen die Reserve von Bayern München null Zuschauer zugelassen. 10 km entfernt spielt der Regionalligist Fortuna Köln vor 500 Zuschauern. Wechselt man die Straßenseite bei unserer Heimspielstätte dürfen bei dem Spiel unseres Nachbarvereins in der Kreisliga bis zu 300 Zuschauer die Wettbewerbe verfolgen.

Trotz der Tatsache, dass unsere Meisterschaftsspiele auf Bundesebene und die unserer Nachbarvereine auf Regional- oder Kreisebene ausgetragen werden, werden die Spiele von den gleichen Zuschauern besucht (oder eben nicht). Nämlich ausschließlich Kölnerinnen und Kölner bzw. Menschen aus umliegenden Orten, da Gästefans bei unseren Spielen nicht zugelassen sind. 

Auf Rückfragen von Fußballfans zu den unterschiedlichen Regelungen können wir lediglich auf die uns gesteckten Rahmenbedingungen und die unterschiedliche Behandlung von bundesweiten und regionalen Veranstaltungen verweisen. Eine inhaltlich sinnvolle Erklärung bleibt offen.

Gerade durch unser Hygienekonzept und die Kontrolle der Abstandsregelungen, Hygiene- und Schutzmaßnahmen durch unseren Ordnungsdienst können wir eine ordnungsgemäße Durchführung unserer Veranstaltungen gewährleisten. Dies belegen die bereits erfolgreich durchgeführten Spiele in der Vergangenheit. 

Nach Rücksprache mit Experten erweitern die neuen Regelungen nicht sinnvoll die Maßnahmen zum Infektionsschutz, sondern sind rein formaljuristisch begründet. 

Wir bitten Sie eindringlich, die Regelungen der Corona-Schutzverordnung in der ab dem 17. Oktober 2020 gültigen Fassung hinsichtlich der Gleichbehandlung von Sportvereinen zu prüfen.

Für Ihre Bemühungen bedanken wir uns bereits im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Freisewinkel und Eric Bock, Viktoria Köln

Viktoria – das V steht für Vussball!

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